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Drei Fragen an Pascal Ruppen, Bereichsleiter Software Engineering Führungssysteme & Solution Train Engineer (SAFe), Mobiliar

Pascal Ruppen über die Auswirkungen der Agilität im Unternehmen auf die Anforderungen im Assessment.

1. Sie suchen agile Mitarbeitende, also Leute, die immer wieder in neuer Zusammensetzung mit neuen Funktionen und Aufgaben einsetzbar sind. Was müssen Menschen mitbringen, damit sie diesen Herausforderungen gewachsen sind?

Wir suchen Mitarbeitende, die sich eigenverantwortlich und initiativ bewegen. Basis ist meines Erachtens ein «Mindset», das geprägt ist von unternehmerischem Denken und Handeln sowie Mut und Wille zu Entscheidungen. Gute Voraussetzungen bringt mit, wer bereit ist, Informationen zu teilen, wer anpassungsfähig ist und ausgeprägt sozial kompetent. So ist ein optimales menschliches und fachliches Zusammenspiel möglich. 

2. In den meisten Assessments geht es um die Auswahl von Führungspersonen. Was bedeutet Führung in einer agilen Organisation?

Die Ausgangslage zeigt klar auf, dass wir wegkommen müssen von Persönlichkeitsprofilen, die hierarchieorientiert sind. Es geht – mindestens in meinem stark auf die Digitalisierung ausgerichteten Bereich – bereits heute nicht mehr um klassische Führung. Als Führungskraft agiere ich als Coach und schaffe die optimalen Rahmenbedingungen, damit Mitarbeitende und Teams ihre Eigenverantwortung im agilen Umfeld wahrnehmen können. Eine aktuell besondere Herausforderung ist, dass unterschiedliche Generationen geführt werden müssen. Diese haben nicht nur unterschiedliche Bedürfnisse, sondern sind sich auch unterschiedliche Führungs- und Autoritätsformen gewohnt. 

3. Was könnten diese neuen Anforderungen nach Ihrer Einschätzung für die klassischen Assessmentelemente – Verhaltensbeobachtung, IQ-Tests sowie weitere Potenzialübungen und Motivationsabklärungen – heissen?

IQ-Tests kann man mit minimalen Anpassungen auch weiterhin verwenden. Ich könnte mir vorstellen, dass es Möglichkeiten gibt, weniger lineares Denken im Sinne von Folgen und mehr vernetztes Denken abzufragen. In Bezug auf die Verhaltensbeobachtung müssen die Assessierenden geschult werden, damit sie agile Kompetenzen erkennen. Hier stellt sich mir als Coach im Vorfeld natürlich auch die Frage, was ich zur Ergänzung des Teams noch brauche, damit dieses auf dem gemeinsamen Weg weiterkommt. Werthaltungen und das erwähnte Mindset, aber auch die Fähigkeit zum Rollenwechsel müssen in irgendeiner Form abgeklärt werden. Daher heisst es gerade hier, gemeinsam organisationsangepasste Fälle zu entwickeln, die dies ermöglichen. 

Newsletter Dezember 2018